Die Messdiener

der

Katholischen Propsteigemeinde St. Remigius

 

 

Der Dienst

in der Krankenhauskapelle


Sinn und Vollzug

der liturgischen Dienste

von Kanonikus Ulrich Terlinden

Der Dienst in der Krankenhauskapelle

 

1.       Bedeutung

Der Dienst als Meßdiener in der Krankenhauskapelle entspricht dem Altardienst. Alles Grundsätzliche dazu steht in dem Heft „Der Altardienst“.

 

2.      Orte

Der Platz der Meßdiener ist auf der von der Gemeinde aus gesehen linken Seite des Chorraums vor der Kredenz.

 

3.      Einzug

Vor dem Einzug sagt der Priester in der Sakristei: „Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn.“ Priester und Meßdiener machen dabei ein Kreuzzeichen. Die Meßdiener antworten: „Der Himmel und Erde erschaffen hat.“ Der rechte Meßdiener öffnet die Sakristeitür. Der linke Meßdiener zieht an der Sakristeiglocke links hinter der Tür.  Die Meßdiener warten, bis der Priester die Tür hinter sich geschlossen hat. Nebeneinander ziehen die Meßdiener vor den Altar, der rechte bleibt an der untersten Stufe vor der rechten Altarkante, stehen, der linke geht bis zur linken Kante durch, der Priester tritt in ihre Mitte. Nach der Kniebeuge geht der Priester an seinen Platz, nach ihm gehen die Meßdiener gerade die Stufen hinauf, biegen vor dem Altar nach links ab, drehen sich vor ihren Plätzen zueinander zum Altar um und bleiben stehen.

 

4.      Wortgottesdienst

Während des Wortgottesdienstes haben die Meßdiener keine besondere Aufgabe. Sie nehmen am Wortgottesdienst teil, wie alle anderen Mitfeiernden. Wenn kein Lektor da ist, liest der Priester die Lesung. dazu bleiben die Meßdiener sitzen. Zum Evangelium stehen sie auf und drehen sich zum Ambo. Danach, also zu den Fürbitten blicken sie wieder zum Altar.

 

5.      eucharistisches Hochgebet

a)      Gabenbereitung

Zur Gabenbereitung bringen die Meßdiener von der Kredenz:

  1. Brot (bei mehreren Schalen/Ziborien alle bringen) und Kelch

2.      Wein und Wasser: Jeder hält ein Kännchen mit dem Henkel nach vorne.

  1. die Lavabogeräte, das sind: Wasserkanne, Schale und Lavabotuch.

Der eine Meßdiener hält mit der rechten Hand die Kanne, mit der linken die Schale. Bei der Handwaschung sollte der rechte Ellbogen am Körper (mit Gebetbuch unter dem Arm kann man das hervorragend üben) und die Schale in waagerechter Position bleiben.

Der andere Meßdiener hält das bereits an der Kredenz vollständig auseinandergefaltete Lavabotuch an den beiden Ecken einer Schmalseite. Nachdem der Priester seine Hände gewaschen und abgetrocknet hat, faltet dieser Meßdiener erst an der Kredenz das Tuch wieder zusammen und legt es ordentlich auf die Kredenz.

(Ist nur ein Meßdiener da, so legt er sich an der Kredenz das ausgefaltete Lavabotuch über den linken Arm, nimmt die Schale in die linke und die Kanne in die rechte Hand und wäscht so dem Priester die Hände.)

Bei all diesen Tätigkeiten gehen und stehen die Altardiener grundsätzlich nebeneinander und drehen sich immer zueinander. Ihre Schultern bilden eine Linie, die – wenn sie am Altar stehen – parallel zur Altarkante verläuft. Ihr Abstand zum Altar ist dabei etwa ein halber Schritt (30 cm) und sie stehen so, daß der Priester mittig von ihnen steht, wenn er sich ihnen zuwendet.

Immer wenn ein „Arbeitsgang“ am Altar beendet ist und die Altardiener zur Kredenz oder zu ihren Plätzen zurückkehren, machen sie eine Kopfverneigung zum Altar, der Symbol für Christus ist.

 

b)      Sanctus

Wenn das Sanctus beendet ist, knien die Meßdiener sich hin und holen sich die Schellen griffbereit an ihre Seite.

 

c)      Kanon und Vaterunser

Während des Hochgebets bleiben die Meßdiener knien.

Zur Wandlung schellen sie jeweils bei der Erhebung der Gestalten von Brot und Wein, um deutlich zu machen, daß es sich nun um den Leib und das Blut Christi handelt. Dabei schellt der näher zur Wand hin kniende Meßdiener zuerst.

Sie stehen auf nach dem „Amen“ der Gemeinde am Ende des Hochgebets (Priester: „Durch ihn und mit ihm und in ihm ist dir, Gott, allmächtiger Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes alle Herrlichkeit und Ehre jetzt und in Ewigkeit.“ Alle: „Amen.“)

 

d)      nach dem Vaterunser

Nach dem Gebet „Denn Dein ist das Reich ...“ treten die Meßdiener wie bei der Gabenbereitung an den Altar heran. Dort erhalten sie vom Priester den Friedensgruß („Der Friede sei mit dir“ Antwort: „Und mit deinem Geiste“ oder: „Und mit dir“) und wünschen sich gegenseitig den Frieden auf die gleiche Weise.

 

6.      Kommunion und Dankgebet

Wenn der Priester mit der Kommunionausteilung beginnt, gehen die Meßdiener auf ihre Plätze und danken Gott still für das Geschenk seines Sohnes, das er uns in der Kommunion gemacht hat, beten in ihren persönlichen Anliegen oder sind einfach still vor Gott und genießen Seine Nähe. Wenn man mit dem Gebet fertig ist, ist es selbstverständlich, die anderen weder durch Gespräche noch durch Herumgucken (auch nicht in die Gemeinde) zu stören.

Wenn der Priester wieder zum Altar kommt, stehen die Meßdiener aus Ehrfurcht vor dem Leib des Herrn auf.

 

7.      Purifikation und Abräumen des Altares

Wenn die Kommunionausteilung zu Ende ist, der Priester die übriggebliebenen Hostien in das Tabernakel gebracht und die Hostienschalen gereinigt hat, geht ein Meßdiener mit der Wasserkanne zum Altar und gießt Wasser in den Kelch, den ihm der Priester hinhält, und zwar so lange, bis dieser den Kelch leicht anhebt oder von unten an die Kanne stößt.

Nach der Verneigung und dem Wegbringen der Kanne kommen beide Meßdiener zum Altar und bringen alles zur Kredenz, was an der Altarkante steht.

 

8.      Auszug

Nach dem Segen gehen die Meßdiener auf dem selben Weg zur Kniebeuge vor die Altarstufen, den sie zu Beginn der Messe genommen haben. Dabei gehen sie direkt nebeneinander die Stufen gerade hinunter und drehen sich unten so voneinander weg, daß zwischen ihnen Platz für den Priester entsteht. Nach der Kniebeuge geht der linke Meßdiener am Priester vorbei, beide Meßdiener gehen vor dem Priester her in die Sakristei. Dort stellen sich alle vor den Ankleidetisch und machen eine Verneigung zum Kreuz. Dabei sagt der Priester: „Gelobt sei Jesus Christus.“ Die Meßdiener antworten: „In Ewigkeit. Amen.“