Die Messdiener

der

Katholischen Propsteigemeinde St. Remigius

 

 

 

Der Altardienst

Sinn und Vollzug

der liturgischen Dienste

 

 

von Kanonikus Ulrich Terlinden

Der Altardienst

 

1.       Bedeutung

Der Altardienst ist die Kernfunktion der Meßdiener und zugleich der am wenigsten verzichtbare Dienst in einer sinnvollen Meßfeier.

Die Altardiener helfen dem Diakon/Priester dabei, den Altar für die Feier des Kreuzesopfers Jesu mit den Gaben von Brot und Wein zu bereiten. Dieser Dienst steht in engster Verbindung mit dem Letzten Abendmahl und der Rolle, die die Apostel, die engsten Vertrauten Jesu und die ersten Christen, dabei spielten. In Mt 16,17-19 heißt es: „Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote gingen die Jünger zu Jesus und fragten: Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten?  Er antwortete: Geht in die Stadt zu dem und dem und sagt zu ihm: Der Meister läßt dir sagen: Meine Zeit ist da; bei dir will ich mit meinen Jüngern das Paschamahl feiern. Die Jünger taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte, und bereiteten das Paschamahl vor.“

 

2.      Einsatz der Altardiener

Deshalb ist der Altardienst in jeder Meßfeier nötig. Natürlich kann der Küster die Gaben vor der Messe auf den Altar stellen. Aber dann geht etwas verloren, was zentral zur Gestalt, zur Symbolik der Messe gehört: Es sind unsere Gaben, Brot und Wein, Frucht der Erde und unserer Arbeit, die wir für die heilige Messe bringen. Damit bringen wir uns selbst, unser Leben, unsere Freude und unsere Sorgen, damit Gott, so wie Er Brot und Wein in Leib und Blut Jesu verwandelt, auch unser Leben verwandelt wird in Sein göttliches Leben. So betet der Priester/Diakon beim Mischen von Wein und Wasser: „Wie sich das Wasser mit dem Wein verbindet zum heiligen Zeichen, so lasse uns dieser Kelch teilhaben an der Gottheit Christi, der unsere Menschennatur angenommen hat.“

Was wäre das für ein schlechtes Zeichen, wenn sich in der Gemeinde niemand mehr fände, der die Gaben zum Altar bringt!

 

3.      Orte

Der Platz der Altardiener ist vor dem Chorgestühl auf der (vom Chorraum aus gesehen) rechten Seite des Chores, in der Nähe der Kredenz. Von dieser Seite aus leisten sie ihren Dienst am Altar.

4.      Einzug

Beim Einzug gehen die Altardiener links neben dem Buchdienst hinter – soweit vorhanden – Weihrauch, Kreuz, Evangelienleuchtern und Kerzenträgern, vor Pastoralreferenten, Diakonen und Priestern. Bei unterschiedlicher Körperlänge geht der kleinere Altardiener vor. Im Mittelgang richtet sich der seitliche Abstand zu den Nebenleuten und den Bänken nach den Altarkanten.

Vor den Altarstufen gehen sie nach links, nach der Kniebeuge gehen sie nebeneinander über die Treppe hinter dem Tabernakel auf ihre Plätze.

 

5.      Wortgottesdienst

Während des Wortgottesdienstes haben die Altardiener keine besondere Aufgabe. Sie nehmen am Wortgottesdienst teil, wie alle anderen Mitfeiernden. Zum Evangelium drehen sie sich zum Ambo.

 

6.      Eucharistisches Hochgebet

a)      Gabenbereitung

Die Gabenbereitung ist der „Haupteinsatz“ des Altardienstes: Immer nebeneinander gehend und sich an Altar und Kredenz beim Umkehren zueinander drehend bringen sie:

  1. Brot (bei mehreren Schalen/Ziborien alle bringen) und Kelch
  2. Wein und Wasser: Jeder hält ein Kännchen mit dem Henkel nach vorne.

(Im feierlichen Hochamt folgt nun die Inzens der Gaben, des Altares, des Priesters und des Volkes. Nach der Priester­inzens kommen die Altardiener und bringen ...)

  1. die Lavabogeräte, das sind: Wasserkanne, Schale und Lavabotuch.

Der eine Meßdiener hält mit der rechten Hand die Kanne, mit der linken die Schale. Bei der Handwaschung sollte der rechte Ellbogen am Körper (mit Gebetbuch unter dem Arm kann man das hervorragend üben) und die Schale in waagerechter Position bleiben.

Der andere Meßdiener hält das bereits an der Kredenz vollständig auseinandergefaltete Lavabotuch an den beiden Ecken einer Schmalseite. Nachdem der Priester seine Hände gewaschen und abgetrocknet hat, faltet dieser Meßdiener erst an der Kredenz das Tuch wieder zusammen und legt es ordentlich auf die Kredenz.

Bei all diesen Tätigkeiten gehen und stehen die Altardiener  grundsätzlich nebeneinander. Ihre Schultern bilden eine Linie, die – wenn sie am Altar stehen – parallel zur Altarkante (also auch parallel zur Kirchenachse) verläuft. Ihr Abstand zum Altar ist dabei etwa ein halber Schritt (30 cm) und sie stehen so, daß der Priester/Diakon mittig von ihnen steht, wenn er sich ihnen zuwendet.

Immer wenn ein „Arbeitsgang“ am Altar beendet ist und die Altardiener zur Kredenz oder zu ihren Plätzen zurückkehren, machen sie eine Kopfverneigung zum Altar, der Symbol für Christus ist.

 

b)      Sanctus

Zum Sanctus gehen die Altardiener über die Treppe hinter dem Tabernakel nebeneinander zu den Kniekissen auf den Altarstufen. Wenn das Sanctus beendet ist, knien sie sich hin.

 

c)      Kanon und Vaterunser

Während des Hochgebets bleiben die Altardiener knien.

Zur Wandlung schellen sie jeweils bei der Erhebung der Gestalten von Brot und Wein, um deutlich zu machen, daß es sich nun um den Leib und das Blut Christi handelt. Dabei schellt der innen, d.h. zum Mittelgang hin kniende Meßdiener zuerst.

Sie stehen auf nach dem „Amen“ der Gemeinde am Ende des Hochgebets (Priester: „Durch ihn und mit ihm und in ihm ist dir, Gott, allmächtiger Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes alle Herrlichkeit und Ehre jetzt und in Ewigkeit.“ Alle: „Amen.“)

 

d)      nach dem Vaterunser

Nach dem Gebet „Denn Dein ist das Reich ...“ wenden sich Buch-  und Altardienst zur Mitte und gehen auf den Stufen aufeinander zu, bis sie „innerhalb“ der Kissen, d.h. in Verlängerung der Altarkanten, hintereinander zum Altar hinaufgehen. Zwischen dem Altar- und dem Buchdienst verlassen gleichzeitig die Kerzenträger den Chorraum. Altar- und Nebendienst, Weihrauch, Kreuz- und Evangelienleuchterträger stellen sich, beginnend links und rechts vom Teppich, der vom Altar zum Priestersitz verläuft, am grauen Steinring entlang (bei einer größeren Personenzahl weiter zurück) um den Altar auf. Dort erhalten sie vom Priester/Diakon den Friedensgruß („Der Friede sei mit dir“ oder „Pax tecum!“ Antwort: „Und mit deinem Geiste“ oder: „Und mit Dir“ oder „Et cum spiritu tuo.“) und wünschen ihren Nebenleuten den Frieden auf die gleiche Weise.

 

7.      Kommunion und Dankgebet

Nach dem Kommunionempfang, sobald der Priester und die Kommunionhelfer zur Austeilung ins Kirchenschiff gehen, gehen die Meßdiener auf ihre Plätze und danken Gott still für das Geschenk seines Sohnes, das er uns in der Kommunion gemacht hat, beten in ihren persönlichen Anliegen oder sind einfach still vor Gott und genießen Seine Nähe. Wenn man mit dem Gebet fertig ist, ist es selbstverständlich, die anderen weder durch Gespräche noch durch Gucken (auch nicht in die Gemeinde) zu stören.

Wenn der erste Kommunionausteiler (Priester, Diakon oder Kommunionhelfer) wieder in den Chorraum kommt, stehen dort alle Meßdiener aus Ehrfurcht vor dem Leib des Herrn auf und bleiben, bis die Tabernakeltüren geschlossen sind, stehen.

 

8.      Purifikation und Abräumen des Altares

Wenn die Kommunionausteilung zu Ende ist, geht ein Altardiener mit der Wasserkanne zum Altar und gießt Wasser in den Kelch, den ihm der Diakon/Priester hinhält, und zwar so lange, bis dieser den Kelch leicht anhebt oder von unten an die Kanne stößt.

Nach der Verneigung und dem Wegbringen der Kanne kommen beide Altardiener zum Altar und bringen alles zur Kredenz, was an der Altarkante steht.

 

9.      Auszug

Nach dem Segen gehen die Altar- und Buchdiener auf dem selben Weg zur Kniebeuge vor die Altarstufen, den sie zu Beginn der Messe genommen haben (nur in umgekehrter Richtung). Die Reihenfolge beim Auszug ist dieselbe wie beim Einzug, nur daß die Altardiener nun rechts gehen.